• Claudia Ewen

Harz - Fotoreise vom 24.10.-29.10.2021

Aktualisiert: Nov 8

Eine Fotoreise in den Harz, im goldenen Oktober:

Moment mal, wo liegt der Harz überhaupt? Das musste ich zuerst auf der Landkarte nachschauen. Der Harz war für mich gefühlt genau so weit entfernt wie irgendein anderes Land in Europa. Weiter als die reellen ca. 550 Autokilometer von Luxemburg nach Wernigerode (eine Zugfahrt dorthin war leider keine Alternative).

Aber Reisen heißt ja auch „Entdecken“ und so freute ich mich darauf, ein für mich neues Fleckchen Deutschland zu entdecken.

Zudem war ich mir sicher, dass die paar Tage Dank unserer Begleiter, Armin Schmolinske (https://bingshiling.de/fotografie) und Jens Medenwaldt (https://lichtraum-foto.com) einfach gut werden würden.

Sehr erfreut war ich, dass bei der Teilnehmergruppe, die ich erst in unserem Hotel in Wernigerode traf, auch zwei „alte“ Bekannte, Rosemarie und Torsten, waren. Wir waren schon bei anderen Fotoreisen zusammen unterwegs.

In den nächsten Tagen machten wir als Gruppe von 9 Leuten den Harz "unsicher". Es war sehr entspannt und schön, mit netten Leuten auf Tour zu gehen. Zudem war dass Wetter vom Feinsten – was will man mehr.

Für mich persönlich war sogar die gefürchtete Autofahrt ziemlich unproblematisch. Wernigerode empfing mich mit Sonne - noch 2 km bis zum Hotel.

Unser Hotel liegt direkt am Marktplatz im schönen Wernigerode. Am Abend des ersten Tages stellten wir uns auf dem Platz auf, um das Rathaus in der blauen Stunde zu fotografieren. Nicht schlecht für ein erstes Fotoshooting. Einige Passanten haben sich über die geballte Anzahl der Fotografen gewundert und sich gefragt, ob etwas Besonderes im Gange ist.



Ein weiteres Fotomotiv war die HSB – die Harzer Schmalspurbahn. Nun ja, Züge – ob mit oder ohne Dampf - gehörten bisher noch nicht zu meinen Motiven. Wir, zumindest ich, lernten, dass der Dampf am eindrucksvollsten ist, wenn Außentemperatur und Luftfeuchtigkeit stimmen und auch die Sonne im richtigen Winkel scheint. Alles hat geklappt, das Timing war perfekt, es hat richtig fotogen gequalmt. Mit diesem „Insider-Wissen“ hat es dann auch ziemlich viel Spaß gemacht, die Dampfbahn zu fotografieren.

Nachhaltig beeindruckend sind die Geisterwälder zwischen Schierke und Elend. Große Fichtenwaldflächen sind mittlerweile kahl. Stürme, Hitze und Borkenkäfer haben dem Fichtenbestand zugesetzt. (Das letzte Bild zeigt die "Schrift" der Borkenkäfer). Das Erscheinungsbild dieser abgestorbenen Wälder ist gespenstig und faszinierend zugleich. Fotos in Schwarz-weiß geben die Atmosphäre vielleicht am besten wieder, außer blauem Himmel gab es eh nur wenig Farbe.

Klasse und beeindruckend sind auch die vielen verschiedenen und bizarren Felsformationen. Über die Tage verteilt waren wir bei:

- den Feuersteinklippen (Granit) nahe bei Schierke:

- dem Fünffingerfelsen, eine bizarre Sandsteinformation in den Klusbergen bei Halberstadt. Er besteht aus fünf ca. 10 Meter hohen Steinsäulen, von welchen vier eng beieinander stehen und eine im Abstand von rund 10 Meter von diesen.

- Die Teufelsmauer: Sie ist eine aus Sandsteinen bestehende Felsformation, die auf etwa 20 km Länge von Ballenstedt über Rieder und Weddersleben bis nach Blankenburg (Harz) verläuft. Zahlreiche markant herausragende Einzelfelsen der Harzklippen tragen Eigennamen, wie die Adlerfelsen, der Cäsarfelsen oder das Hamburger Wappen (Wikipedia)

- Das Hamburger Wappen (ein besonders markanter Felsen der Teufelsmauer)

Die Gegensteine, bestehend aus dem Großen und dem Kleinen Gegenstein, sind zwei markante, freistehende Felsformationen der Teufelsmauer im Stadtgebiet von Ballenstedt (Wikipedia). Aber auch die Bäume (Streuobstwiesen und Trockengebüsche) mit ihren skurrilen Formen hatten unsere volle Aufmerksamkeit.

Zwischen Dampfloks und bizarren Felsen kamen wir auch zum Wasser, dem Selkefall bei Alexisbad. Die ganz harten Kerle (Armin) fanden ihren optimalen Standplatz im Wasser, während wir anderen alles daran setzten, mit den Füßen im Trockenen zu bleiben.

Immer wieder spannend sind die sogenannten Lost places. Zwei davon steuern wir an. Der erste Ort ist ein riesiger verlassener Bau, das FDGB Ferienheim Fritz-Eckert in Gernrode. Dieser Geisterort steht in wunderschöner herbstlicher Umgebung. Irgendwie könnte ich ihn mir gut als Drehort für einen "Mystery-Film" oder Thriller vorstellen.

Ein weiteres Lost-place, das wir uns anschauen, sind die ehemaligen Gebäude der Grube Büchenberg. Leider wird hier mittlerweile massenhaft Bauschutt abgeladen, somit ist der Reiz nicht mehr ganz so groß. So langsam setzt die Renaturierung, die Begrünung der Innenräume ein.

Am Ende unseres leider letzten Tages fahren wir in das schöne Städtchen Quedlinburg und schlendern durch die malerischen Gassen, die vom Licht- und Schattenspiel leben.

Am nächsten Morgen verlasse ich als Erste unserer Gruppe das Hotel. Um 7.30 Uhr sitze ich im Auto und bewältige die Strecke ziemlich entspannt und erstaunlich staufrei.

Ein nächstes Mal bin ich gerne wieder im Harz dabei.


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