• Claudia Ewen

Norwegen - Eine wunderschöne Fotoreise in den kühlen Norden

Aktualisiert: 27. März


Wir, meine Freundin Christine und ich, sind am 14.2.2022 in Tromsö/Norwegen gelandet. Das war nicht ganz so selbstverständlich. Ich persönlich habe es unfall- und pandemiebedingt erst im 3. Anlauf geschafft. Zudem wurden Teile unseres Hin- und Rückfluges kurzfristig storniert. Das erforderte unsererseits ein wenig Flexibilität, bzw. zwei ungeplante zusätzliche Tage. Soweit zu den Rahmenbedingugen.


In Tromsö treffen wir dann auch die anderen Teilnehmern unserer Fotogruppe, sowie Armin Schmolinske (http://www.bingshiling.de) und Jens Medenwaldt (https://www.lichtraum-foto.com), die diese Reise perfekt organisiert haben und mit uns durch die Winterlandschaft Norwegens ziehen. Insgesamt sind wir zu siebt.

Ab jetzt steht einer wirklich fantastischen Woche nichts mehr im Weg.

Trotz anfänglicher Zweifel hat auch alles in den Koffer gepasst, hauptsächlich sehr warme Kleidung und Schuhe – und natürlich die Fotoausrüstung.

Zu unserer Freude wurden kurz vor unserer Anreise sämtliche Coronaeinschränkungen in Norwegen aufgehoben. Keine Maskenpflicht, keine Abststandsregelungen – ein herrliches Gefühl von Normalität.


In Tromsö gehen wir erst mal ein bisschen auf Tuchfühlung mit der Stadt, sind überrascht von den Schneemassen und von den Gehsteigen, die aufgrund einer Straßenheizung schneefrei sind. Das hat was.



Am nächsten Morgen fahren wir mit dem Auto zur Halbinsel Sommaroy, natürlich mit vielen schönen Fotostopps unterwegs. Mir können es gar nicht genug sein, so zieht mich schon jetzt die Landschaft in den Bann.

In Sommaroy machen wir erst mal eine kleine Schnupperrunde durchs Dorf. Das Licht ist wunderschön, die gefühlte Temperatur lag aber unter der reellen von -3°.

Abends können wir sogar unsere neu erworbenen Kenntnisse in der Nordlichtfotografie umsetzen. Ein zartes grünes Lichtband zeigt sich am Himmel, das ist schon sehr bezaubernd.

Interessant ist, dass die Kamera das Licht früher als das Auge erfasst. Deswegen hielt bei „Polarlichtalarm“ immer erst mal jemand die Kamera oder Handy in den Himmel. Wenn grüne Lichtspuren auf dem Display zu sehen waren, dann klar – gingen wir alle fotomäßig ausgerüstet raus.

Vollmond und ein erstes zartes Polarlicht - Faszination der Nacht...

Am nächsten Morgen wandern wir bei klarem und kalten Wetter durch Sommaroy. Ich bin wie immer begeistert vom Licht, den Farbkontrasten und dem oft unberührten Schnee.

Nachmittags ist Klettern angesagt, das ist bei dem Schnee gar nicht so einfach. Aber die Sicht von oben vom Berg entschädigt die Anstrengung, einfach genial. Der Blick geht weit über die Brücke von Sommaroy. Auf dem Rückweg sehen wir den Sonnenuntergang, während auf der gegenüberliegenden Seite der Vollmond in voller Pracht hinter den Bergen aufsteigt.

Nach dem Essen (übrigens fantastisch im Hotel) gehen wir nochmal raus, da die Vorhersagen für das Polarlicht wieder günstig sind. Und in der Tat zeigt es sich ein wenig stärker.

Polarlicht, die zweite... na, das ist doch schon etwas überzeugender.


17.2.: Strandimpressionen und ein Schiffswrack. Zum Wrack waten wir durch kniehohen Schnee. Das geht ganz gut, wenn man in Armin's große Fußstapfen treten kann. Seine Stiefel hinterlassen im wahrsten Sinne des Wortes Eindrücke.

18.2.: Heute machen wir einen Ausflug nach Tromsö. Zuerst besichtigen wir die Eismeerkathedrale, danach fahren wir mit der Seilbahn hoch auf den Hausberg von Tromsö. Wir möchten die Stadt zur blauen Stunde von oben fotografieren. Die Sicht da oben ist wirklich atemberaubend. Man vergisst ein wenig, dass es eisig und windig ist, Norwegen eben. Dennoch bin ich froh, mich abends im Hotel aufwärmen zu können.

Nordlichtaktivität ist vorhergesagt, aber der Himmel bleibt bewölkt. So können wir mit gutem Gewissen einfach nach dem Essen im warmen Hotel bleiben und den Abend bei Gesprächen ausklingen lassen.

19.2.: Heute ist wieder ein „Strandtag“. Danach kehren wir bei den strickenden Damen ein. Von Kinderstrümpfen, Untersetzern und Pullovern stricken sie alles und bieten es zum Verkauf an. Der Nachmittag ist wohltuend entspannt. Jens und Armin stehen mit Rat und Tat für alle möglichen Fragen bereit, sei es Lightroom, Bildbearbeitung, Bildaufbau etc.

Noch ein paar Eindrücke von Sommaroy:

1. Reihe: Vom Camping zum Friedhof...und einmal um die Ecke rum

2. Reihe: Der Blick aus unserem Hotel

3. Reihe: Praktische Fortbewegung mit dem "Spark", ein Personen- und Transportschlitten und ein Besuch im Strickladen.

20.2.: Wir fahren wieder über Land, treffen u.a. auf ein Rudel Schlittenhunde (natürlich auch ein Fotomotiv) und sogar 2 Rentiere.

Nach dem Abendessen sind wir wieder bereit für das Polarlicht. Wir beginnen erst mal vor dem Hotel. Danach fahren einige, auch ich, zum Strand. Das Licht wird stärker, Himmelskino in Grün sozusagen. Staunen, Faszination pur…Wir stehen draußen, fotografieren oder genießen das, was nicht in Bildern einzufangen ist – und vergessen die Kälte. Der Zauber dagegen bleibt unvergessen.


Abendstimmung mit "Alpenglühen", danach Aurora borealis!

21.2.: Noch einmal fahren wir zum Strand und zur Kirche. Für Abends sagt die App wieder Polarlicht voraus. So unglaublich es ist – keiner geht vor die Tür. Wir hatten unser Spektaktel am Tag davor, wir sind nach einer intensiven Woche auf eine äußerst positive und angenehme Art gesättigt.

22.2.: Unweigerlich kommt unser Abreisetag. Wir fahren morgens alle zusammen nach Tromsö zum Flughafen. Da Christine und ich für unseren Flug nach Luxemburg noch ein paar Stunden Zeit haben, fahren wir nochmal ins Zentrum von Tromsö.

Dort erhalten wir die Nachricht der Flugstornierung. Weiter als Oslo kommen wir an diesem Tag nicht. Erst am nächsten Morgen können wir von Oslo über Amsterdam nach Luxemburg weiterreisen.

Dort kommen wir sowohl im Frühling, wie auch in der politischen Wirklichkeit an.

Die Bilder von dieser unvergesslichen Woche werden mich aber noch länger begleiten.

Und ich bin sicher: Da muss ich nochmal hin.


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